Selbstunsicherheit – Glaube nicht alles, was du denkst. Wie du den Sturm der Zweifel in eine Quelle der Stärke vewandelst!

Nur schon bei dem Gedanken daran, beginnt mein Herz zu rasen. Ich möchte mich nur noch verstecken und fühle mich elend. Meine Muskeln verspannen sich und ich „sacke“ in mich zusammen.

Ich bin zu einer Geburtstagsfeier eingeladen. Ich weiß nicht, was ich anziehen soll. Auch finde ich kein passendes Geschenk. Am liebsten möchte ich gar nicht gehen.

Es sind diese einfachen sozialen Anlässe, bei denen meine Selbstunsicherheit massiv ausgeprägt ist. Kennst du solche Gefühle und Situationen auch? Lies meinen Beitrag und lerne alles über Selbstunsicherheit und wie du sie überwinden kannst. 

1. Was ist Selbstunsicherheit genau?

Jeder Mensch fühlt sich irgendwann mal unsicher. Das ist ganz normal.

Zum Problem wird die Selbstunsicherheit erst, wenn sie dich selbst stört und dein Leben negativ beeinflusst. Dein Erleben, Denken und Verhalten sind dann oft geprägt von ständiger Angst vor negativer Bewertung.

Selbstunsicherheit sind Zweifel an dir selbst. Es ist wie ein kleines Fragezeichen in deinem Kopf, das dich daran hindert, selbstbewusst zu sein. Es mangelt dir an nötigem Selbstvertrauen.

2. Wie macht sich Selbstunsicherheit bemerkbar?

Eine Selbstunsicherheit kann sich in sehr vielen Verhaltensmustern äußern. Anzeichen von Selbstunsicherheit treten bei jedem Mensch auf unterschiedliche Weise auf.

  • Du fühlst dich ängstlich und denkst, andere Menschen mögen dich nicht.
  • Du hast Angst, ausgelacht zu werden.
  • Du lässt dich nur ungern mit neuen Menschen ein, so lange du nicht weißt, ob sie dich mögen.
  • In Partnerschaften zeigst du oft Zurückhaltung, aus Angst beschämt oder lächerlich gemacht zu werden.
  • Vor Kritik oder Ablehnung fürchtest du dich, da sie dein Selbstvertrauen zusätzlich schwächen.
  • Du hältst dich für gesellschaftlich unbeholfen, persönlich unattraktiv und anderen gegenüber unterlegen.
  • Oftmals hast du sogar keine Lebensfreude mehr
  • Du bist scheu, zurückhaltend und sehr vorsichtig. Du witterst überall Gefahr.
Selbstunsicherheit
  • Persönliche Risiken oder irgendwelche neuen Unternehmungen nimmst du nicht gern in Angriff, weil dies sich als beschämend erweisen könnte.
  • Dein Ziel ist es, anderen möglichst zu gefallen. Deshalb stellst du deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche hinten an. (innere Antreiber)
  • Du kannst dich andern gegenüber nicht durchsetzen.
  • Sehr oft, bist du enttäuscht von dir selbst. Du machst dir Vorwürfe, wegen deiner fehlenden Selbstsicherheit.
  • Oft fühlst du dich schlicht und einfach nicht „dazu gehörig“. Das frustriert dich zusätzlich.
  • Aus Angst vor Kritik, Missbilligung oder Zurückweisung meidest du berufliche Aktivitäten, die engere zwischenmenschliche Kontakte mit sich bringen.
  • Dir fällt es schwer, für deine Bedürfnisse einzustehen. "Bei sich bleiben" ist etwas, was du nicht oder nur schwer kannst.

3. Woher kommt Selbstunsicherheit? 

Selbstunsicherheit kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist es eine Kombination von unterschiedlichen Faktoren.

Schau in der Aufzählung, was auf dich zutrifft. Oft ist das Erkennen der Ursache schon ein wichtiger Schritt, um deine Selbstunsicherheit den „Kamp“ anzusagen.

Angst vor Ablehnung
  1. Negative Erfahrungen: Frühere negative Erfahrungen wie Mobbing, Ablehnung oder Misserfolge können zu einem geringen Selbstwertgefühl und Unsicherheit führen.
  2. Kritische Umgebung: Ein Umfeld, das von Kritik oder ständiger Bewertung geprägt ist, kann dazu führen, dass du dich unsicher fühlt und Angst hat, nicht den Erwartungen anderer gerecht zu werden.
  3. Perfektionismus: Der Drang, immer perfekt zu sein. Du hast zu hohe Erwartungen an dich selbst. Das kann zu Selbstunsicherheit führen. Das Gefühl, nie gut genug zu sein, beeinträchtigt dein Selbstvertrauen.
  4. Vergleich mit anderen: Du vergleichst dich ständig mit anderen und fühlst dich weniger erfolgreich, attraktiv oder talentiert. Das alles verstärkt deine Selbstunsicherheit.
  5. Innere Kritiker: Innere kritische Stimmen, negative Glaubenssätze (vor allem aus der Kindheit) oder Selbstzweifel können dazu führen, dass du dir nicht genug vertraust. Und das wiederum macht dich unsicher.
  6. Mangelnde positive Bestärkung: Wenn du nicht genügend positive Rückmeldungen, Anerkennung oder Wertschätzung für deine Leistungen und dein Verhalten erhältst, kann dies auch zu einem mangelndem Selbstwertgefühl und Unsicherheit führen.
  7. Persönliche Merkmale: Manche Menschen sind von Natur aus eher zurückhaltend, schüchtern oder ängstlich. Diese Persönlichkeitsmerkmale können die Entwicklung deiner Selbstsicherheit negativ beeinflussen.
  8. Unausgewogene Vergangenheit: Instabile oder problematische frühere Beziehungen, familiäre Konflikte oder traumatische Erfahrungen können langfristig das Vertrauen in sich selbst und andere beeinträchtigen. (Vergangenes loslassen)
  9. Medien und sozialer Druck: Der ständige Vergleich mit scheinbar perfekten Bildern und Lebensstilen in den Medien und auf sozialen Plattformen kann Selbstzweifel und Unsicherheit hervorrufen. Der Druck, bestimmten gesellschaftlichen Standards gerecht zu werden, kann ebenfalls Unsicherheit fördern.
  10. Mangelnde Unterstützungssysteme: Wenn du keine unterstützenden Beziehungen oder dir ein soziales Netzwerk fehlt, kann dies zu einem Gefühl der Isolation und Selbstunsicherheit führen.

Um herhauszufinden wie stark deine Selbstunsicherheit ist, kannst du hier den Test für deinen Selbstwert machen:

4. Wie kannst du deine Selbstunsicherheit überwinden? Wie kannst du selbstsicher auftreten?

4.1 Was bedeutet für dich Selbstsicherheit?

So wie es ganz verschiedene Symptome und Ursachen für deine Selbstunsicherheit gibt, so verschieden sind auch die Zielsetzungen.

  • Überlege als erstes, was für dich Selbstsicherheit bedeutet.
  • Und als nächstes: Welche Selbstunsicherheit möchtest du überwinden? Verwende dazu die Aufzählung unter Punkt 2.
  • Schreibe dir am besten deine Ziele auf.

4.2 Beachte Grundsätzliches!

Sei auf jeden Fall überzeugt, dass du es schaffst.

Ich kann es

Dabei sei dir aber bewusst, dass du nicht von heute auf morgen selbstsicher werden wirst.

Stelle es dir vor, wie bei einem sportlichen Ziel. Du möchtest deinen ersten Marathon laufen? Für das ist es am besten, du stellst einen Trainingsplan auf. Dieser beinhaltet, wann du deinen ersten Marathon laufen möchtest, in welcher Zeit und mit welchen Trainingsetappen du dieses Ziel erreichen möchtest.

Übertrage dieses Vorgehen auf das Ziel: Selbstunsicherheit überwinden. Konkretisiere dein Ziel mit einem Zeithorizont und einem „Trainingsplan“.

Sei geduldig mit dir. Akzeptiere mögliche Rückschläge. Denke auch hier an den Sport. Um einen Marathon laufen zu können, benötigst du einige Trainingstage. Und nicht jeder Trainingstag ist gleich erfolgreich.

Ganz wichtig auch: Sei dir im Klaren, dass deine Selbstunsicherheit mentale Ursachen hat. Du denkst etwas und aus diesem Denken entstehen Gefühle. Und diese Gefühle steuern dein Verhalten.

Sehr oft können Gedanken aus dem Himmel eine Hölle und aus der Hölle einen Himmel machen. Sie gaukeln dir falsche Tatsachen vor. Deshalb: Hinterfrage deine Gedanken. Vor allem deine negativen Gedanken. Stimmen sie wirklich? Gibt es Beweise dafür?

Und nicht vergessen: Es ist normal, sich hin und wieder auch mal unsicher zu fühlen 🙂

4.3 Überwinde deine Selbstunsicherheit mit diesen 10 Maßnahmen!

Denke auch hier daran: nicht jede Maßnahme wird dir helfen. Außerdem ist die Aufzählung nicht abschließend. Denn die Maßnahmen sollten sich den Ursachen, deinen Zielen und deiner Persönlichkeit anpassen. Und diese sind so verschieden wie es Menschen gibt.

Es gibt aber klare Tendenzen, die bei allen Menschen ähnlich sind.

Die ersten 5 Maßnahmen:
  1. Setze dir realistische Ziele: Setze dir kleine Ziele, die du erreichen kannst. Wenn du diese Ziele erreichst, stärkt das dein Selbstvertrauen. Teile größere Ziele in kleinere Schritte auf und arbeite nach und nach daran. Nutze ein Erfolgstagebuch.
  2. Umgib dich mit positiven Emotionen und Gedanken: Achte auf deine inneren Gedanken und versuche, negative Selbstgespräche zu stoppen. Ersetze sie durch positive und ermutigende Gedanken. Denke daran, dass du wertvoll bist und dass du das Zeug hast, Herausforderungen zu meistern.
  3. Akzeptiere dich selbst: Niemand ist perfekt, und das ist okay! Akzeptiere dich so, wie du bist, mit all deinen Stärken und Schwächen. Verstehe, dass Fehler und Misserfolge zum Leben dazugehören und dass du daraus lernen kannst.
  4. Feiere deine Erfolge: Achte auf deine Erfolge, egal wie klein sie sind, und feiere sie. Das kann ein gutes Ergebnis im Job, das Meistern einer neuen Fähigkeit oder das Überwinden einer Herausforderung sein. Erinnere dich daran, dass du viele Dinge gut machst! Das sind deine Glücksmomente.
  5. Umgib dich mit positiven Vorbildern: Suche nach Vorbildern, die selbstbewusst und mental stark sind. Das können berühmte Personen sein, aber auch Menschen in deinem persönlichen Umfeld. Beobachte, wie sie mit Unsicherheiten umgehen, und lerne von ihnen.
Unsicherheit überwinden

Überwinde deine Selbstunsicherheit!

Weitere 5 Maßnahmen:
  1. Achte auf deine Körperhaltung. Stehe aufrecht, halte den Kopf erhoben und schaue den Menschen in die Augen, wenn du mit ihnen sprichst. Lächle und versuche, eine offene und selbstbewusste Körperhaltung einzunehmen.
  2. Kommuniziere klar und deutlich: Übe, deine Gedanken und Meinungen klar und deutlich auszudrücken. Sprich in einem angemessenen Tempo und mit einer selbstbewussten Stimme. Vermeide Füllwörter wie "ähm" oder "also" und versuche, klare Aussagen zu machen.
  3. Kenne deine Stärken: Mache dir bewusst, was du gut kannst und was dich auszeichnet. Identifiziere deine Stärken und setze sie gezielt ein. Wenn du über etwas sprichst, von dem du Ahnung hast oder in dem du erfahren bist, wirst du automatisch selbstsicherer wirken.
  4. Sorge gut für dich selbst: Selbstfürsorge, sowohl körperlich als auch emotional. Achte auf ausreichend Schlaf, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Nimm dir Zeit für Aktivitäten, die dir Freude bereiten und dir Energie geben. Je besser du dich um dich selbst kümmerst, desto selbstsicherer wirst du auftreten.
  5. Führe regelmäßig positive Selbstgespräche: Sprich ermutigend zu dir selbst. Ersetze negative Selbstzweifel durch positive Affirmationen. Sage dir selbst, dass du fähig bist und dass du es kannst. Das stärkt dein Selbstvertrauen und deine Selbstsicherheit. 

4.4 Suche professionelle Hilfe! 5 Vorschläge.

Wenn deine Selbstunsicherheit dein Leben zu sehr beeinträchtigt und sich auf deine Gesundheit auswirkt, dann lass dir helfen. Die Entscheidung professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen ist deine persönliche Wahl. 

Folgende Möglichkeiten hast du:

5. Fazit - Selbstunsicherheit

Manchmal fühlst du dich unsicher und ängstlich. Das ist normal. Nur wenn es dich und deine Gesundheit belastet, solltest du etwas dagegen tun.

Das Gute ist, dass du daran arbeiten kannst, deine Selbstunsicherheit zu überwinden. Du kannst dein Selbstvertrauen und deine Selbstsicherheit aufbauen, indem du vor allem positive Gedanken hast und dich auf deine Stärken konzentrierst. Wichtig ist auch, dass du dich mit inspirierenden Menschen umgibst. 

Mit regelmäßiger Übung und Unterstützung kannst du deine Selbstunsicherheit überwinden und lernen, selbstbewusst aufzutreten. 

Welche Situationen machen dich besonders unsicher? Was tust du, um diese Selbstunsicherheit zu überwinden?

ÜBER dIE AutorIN

Grit Schönherr ist Gründerin und Hauptautorin von 365mentalfit. Sie ist Coach für mentale Gesundheit und ausgebildete Mentaltrainerin. Grit ist überzeugt, dass Glück und Erfolg im Kopf beginnen. Sie hilft anderen Menschen zu mehr mentaler Stärke, damit sie ihren Alltag gelassen meistern und ihre Ziele effizient erreichen können.
Mehr über Grit erfährst du hier.

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