Mangelndes Selbstwertgefühl überwinden: Wie du es von Selbstkritik zur Selbstannahme schaffst.

26/08/2023

„Ich bin okay. Ich genüge. Und... ich bin wertvoll!“

Zu wieviel Prozent kannst du diese Sätze bestätigen?

Da du diese Zeilen liest, gehe ich davon aus, dass dein Selbstwertgefühl dich nicht zufrieden stellt. Mangelndes Selbstwertgefühl plagt dich und du möchtest davon loskommen. Aber du weißt nicht genau, wie.

Lies meinen Beitrag und erfahre Spannendes über das Selbstwertgefühl, warum es uns Menschen so oft an diesem mangelt und wie du dein Selbstwertgefühl steigern kannst. 

1. „Das Selbstwertgefühl ist das Epizentrum deiner Psyche.“

Diese Aussage habe ich das erste Mal in einem Podcast von Stefanie Stahl gehört. Du hast sicher schon von Stefanie Stahl gehört. Sie ist eine deutsche Psychologin und Autorin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihr Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“.

Stefanie Stahls Kernthema ist der „Selbstwert“. Ein großer Teil dieses Beitrags beruht auf ihren Ausführungen. Sie beschäftigt sich sehr viel mit dem Thema mangelndes Selbstwertgefühl und wie dieses entsteht.

Was bedeutet eigentlich Selbstwert oder besser Selbstwertgefühl genau?

Das Selbstwertgefühl ist es deine eigene Bewertung über dich selbst. Es besagt, ob du dich eher als wertvoll oder wertlos empfindest.

Ein mangelndes Selbstwertgefühl ist oft ein diffuses Gefühl. Du glaubst vor allem, du genügst nicht.

Und warum ist der Selbstwert das Epizentrum unserer Psyche?

Wenn du tief in deinem Inneren denkst, du bist „okay“ oder eben du bist „nicht okay“, dann beeinflusst das deine Wahrnehmung. Deine Wahrnehmung auf dich selbst und auch deine Wahrnehmung auf die anderen Menschen.

Wenn du dich zum Beispiel „nicht okay“ fühlst, dann sind die anderen immer automatisch ein bisschen größer und stärker als du. Und entsprechend unterlegen verhältst du dich ihnen gegenüber. Es kann aber auch das Gegenteil passieren. Dann bildest du dir ein, deinem Gegenüber überlegen zu sein. Du wertest ihn ab. 

Wenn du dich aber „okay“ findest, dann wirst du dich die meiste Zeit mit anderen Menschen auf Augenhöhe befinden. Du akzeptierst und anerkennst sowohl deine als auch ihre Schwächen und Stärken.

2. Wie ordnen sich Selbstakzeptanz, Selbstbewusstsein, Selbstliebe und Co. ein?

Das Selbstwertgefühl ist also das Epizentrum unserer Psyche. Wie ist die Abgrenzung zu den anderen vielen „Selbst-Wörtern“?

Selbstakzeptanz:

Du nimmst dich so an, wie du bist. Mit all deinen Stärken und Schwächen. Du vergleichst dich nicht ständig mit anderen und kritisierst dich auch nicht laufend. Aber du bist auch in der Lage, dir konstruktive Selbstkritik zu geben. Du kannst immer bei dir bleiben.

Selbstannahme:

Selbstannahme ist ähnlich wie Selbstakzeptanz, jedoch kann sie auch eine tiefere Ebene der inneren Zustimmung zu dir selbst bedeuten. Du nimmst dich nicht nur oberflächlich, sondern auch auf einer emotionalen Ebene an.

Selbstsicherheit:

Die Selbstsicherheit ist das Vertrauen und die Überzeugung in deine eigenen Fähigkeiten, Entscheidungen und Handlungen. Es ist so etwas wie deine soziale Kompetenz. Es kann durchaus vorkommen, dass du dich auch mal unsicher fühlst – wenn du zum Beispiel eine Rede vor vielen Leuten halten musst oder in anderen, für dich herausfordernden Situationen. Du bist zwar temporär unsicher, aber dein Selbstwertgefühl und deine Selbstakzeptanz sind trotzdem gut.

mangelndes Selbstwertgefühl
Selbstbewusstsein:

Du bist dir deiner eigenen Identität und Persönlichkeit bewusst. Du hast eine klare Vorstellung von dir selbst und von deinem Selbstwert. Als Mensch mit einem gesunden Selbstbewusstsein, bist du dir deiner Stärken und Schwächen bewusst. Du bist außerdem unabhängig von der Meinung anderer.

Selbstliebe:

Selbstliebe ist ein großes Wort. Es ist das Maximum der Selbstannahme und Selbstakzeptanz. Du liebst dich in allem was du tust und nicht tust. Du hinterfragst dich nicht als Person. Selbstfürsorge ist sehr wichtig für dich. Du kümmerst dich sehr gut um dich.

Selbstvertrauen:

Du vertraust dir und deinen Fähigkeiten. In manchen Bereichen hast du ein sehr großes Selbstvertrauen. Das sind meist Fähigkeiten, die dir Spaß machen und bei denen du gut bist. In anderen Bereichen, hast du vielleicht weniger Selbstvertrauen. Aber auch hier kann im Grundsatz dein Selbstwertgefühl trotzdem sehr gut sein.

Alle diese Begriffe sind eng miteinander verbunden und bauen aufeinander auf. Die Hauptbasis bleibt aber dein Selbstwertgefühl. Wenn dieses mangelt, dann wird es auch in den anderen Bereichen schwierig. 

3. Teste dein Selbstwertgefühl!

Möchtest du wissen, wie gut dein Selbstwertgefühl ist? Ob du bereits ein gutes Selbstwertgefühl hast oder es doch noch mangelt an deiner Selbstakzeptanz? 

Informationen zu einem Test deines Selbstwertgefühls findest du hier: Selbstwertgefühl Test: Ein Blick in dein Inneres! Finde heraus, wie gut du dich selbst akzeptierst.

Du kannst den Test auch direkt hier starten: 

4. Was ist DAS Hauptproblem deines mangelnden Selbstwertgefühls?

Als erstes ist ganz wichtig zwischen folgendem zu unterscheiden: Dir mangelt es NICHT an Selbstwert, sondern „nur“ an deinem Selbstwertgefühl. Das ist eine ganz wichtige Unterscheidung. Außerdem kennst du weder deinen wahren Selbstwert noch deinen Wert, sonst hättest du kein mangelndes Selbstwertgefühl.

Was unterscheidet einen Menschen mit gutem Selbstwertgefühl von einem Menschen, dem es an Selbstwertgefühl mangelt?

Ein Mensch mit geringem Selbstwertgefühl konzentriert und fokussiert sich im Leben auf seine SCHWÄCHEN.

  1. Du nimmst bei dir Schwächen wahr, die kein anderer bei dir wahrnimmt!
  2. Deine Schwächen kannst du nicht oder nur schwer akzeptieren!
  3. Du nimmst deine Schwächen viel zu wichtig.
  4. Oft kennst du nicht mal deine Stärken, weil du so Schwächen-orientiert bist.
  5. Du schaust grundsätzlich eher auf Schwächen und selten auf Stärken – nicht nur bei dir, sondern auch bei anderen Menschen.

Dummerweise ist unser Gehirn auch so organisiert, dass es sich immer um deine Baustellen kümmert. Wenn du ein Problem hast, dann fokussierst du dich darauf und vergisst, was eigentlich auch gut in deinem Leben läuft.

Als Mensch mit einem mangelnden Selbstwertgefühl hast du diesen Mechanismus oft noch nicht erkannt. Du bist dir diesem Automatismus nicht bewusst. Hingegen Menschen mit gutem Selbstwertgefühl wissen um diesen Mechanismus. Sie fokussieren sich deshalb sowohl bewusst als auch unbewusst auf ihre Stärken und das Positive im Leben. 

5. Was sind die Ursachen für dein mangelndes Selbstwertgefühl? 

Ja, wie ist nun dein mangelndes Selbstwertgefühl entstanden? Warum ist dein Selbstwertgefühl so gering?

Der Mensch kommt mit einem unfertigen Gehirn auf die Welt. Nur etwa 25% bis 30% sind ausgebildet. Der ganze Rest verknüpft sich noch. Und diese ersten Verknüpfungen passieren vor allem in der Kindheit

Aus diesem Grund sind oder resp. waren deine ersten Lebensjahre so wichtig für die Bildung des Selbstwertgefühls.

Folgende Ursachen für den Grundstein deines mangelnden Selbstwertgefühls gibt es:
  • Deine Gene. Ja, richtig. Ich starte bewusst mit dieser Ursache. Oft geht diese verloren. Wir kommen mit unterschiedlichen Genen auf diese Welt. Es gibt Kinder, die sind per se harmoniebedürftiger, sensibler und dünnhäutiger sind. Andere sind von Beginn ihres Lebens robuster und weniger sensibel. Und je nachdem in welchem Umfeld du dann aufwächst, können sich diese Eigenschaften dann noch verstärken.
  • Die Kultur. Auch dieser Faktor gerät oft in Vergessenheit. Dabei ist die Kultur enorm wichtig. Denk an all die Gesellschaften, bei denen eine Frau weniger wert ist, als ein Mann. Oder auch der Unterschied zwischen dunkelhäutigen und hellhäutigen Menschen. Oder die Kasten in Indien. Es liegt auf der Hand, dass durch diese Unterscheidungen viele Menschen mit mangelndem Selbstwert erzogen werden.
  • Deine Eltern oder die Menschen, die dir als Kind nahe standen. Das ist so der Klassiker und selbstverständlich auch sehr wichtig. Hier spielen vor allem die Faktoren Liebe, Geborgenheit und Autonomie eine wichtige Rolle. Wenn es deinen Eltern gelungen ist, dir eine Balance aus diesen Faktoren mit zu geben, dann resultiert meist ein gesundes Selbstwertgefühl.
  • Geschwister, Verwandte, Schule, Vereine und Freunde. Auch dieses Umfeld ist nicht zu unterschätzen. Dort kann es temporär oder auch schleichend zu massivem Einfluss auf dein Selbstwertgefühl kommen. Und dein mangelndes Selbstwertgefühl verstärken oder abschwächen!

Diese 4 Faktoren sind die Hauptursachen für dein mangelndes Selbstwertgefühl. Sie sind nicht nur einzeln zu betrachten, sondern spielen oft noch ineinander. Sehr oft verstärken sie gegenseitig einen bereits vorhandenen Mangel an Selbstwertgefühl.

Wenn du zum Beispiel als sensibler Mensch auf die Welt kommst, dann verstärken sich negative Einflüsse der Kultur oder Erziehung viel stärker, als wenn du robust bist. Die verschiedenen Ursachen können also gegenseitig als Katalysatoren wirken. 

6. Welche Vermeidungsstrategien gibt es, damit niemand merkt, dass du ein mangelndes Selbstwertgefühl hast?

Hast du schon mal jemanden getroffen, der dir gesagt hat: „Weißt du, ich verhalte mich so und so, weil ich ein mangelndes Selbstwertgefühl habe.“? Wohl eher nicht.

Im Gegenteil. Wenn du auch zu den Menschen gehörst, die ein mangelndes Selbstwertgefühl haben und meinen, sie genügen nicht, versuchst du das zu verstecken. Dabei bist du sehr darauf bedacht, dass möglichst niemand merkt, dass du ja nicht genügst. Du kommst gar nicht auf die Idee, dass deine Gedanken vielleicht gar nicht stimmen und das Ganze nur eine mentale Täuschung ist.

Um dieses niedrige Selbstwertgefühl zu verstecken, gibt es zwei grundsätzliche Strategien.

6.1 leise selbstunsicher

Du bist der oder die „leise Selbstunsichere“. Diese Strategie verfolgen vor allem Frauen.

  • Du versuchst es allen recht zu machen.
  • Das Wichtigste für dich ist alle Erwartungen zu erfüllen und möglichst nie anzuecken.
  • Du passt dich an und möchtest nicht auffallen.
  • Weil du Angst vor Ablehnung hast, sind Fehler eine Katastrophe für dich.
  • Deine ganze Motivation richtet sich darauf aus, nicht gekränkt oder abgelehnt zu werden.
  • Du bist deshalb sehr harmoniesüchtig.
  • Du suchst die Schuld meist bei dir und denkst oft darüber nach, was du wieder falsch gemacht hast.

6.2 laut selbstunsicher

Oder du bist der „laute und auffällige Selbstunsichere“. Du kompensierst vollkommen in die andere Richtung als die „Leisen“. Diese Strategie nutzen oft die Männer.

  • Dir ist alles egal. Du machst immer dein eigenes Ding.
  • Es ist dir unwichtig, was andere von dir denken.
  • Oft wirkst du arrogant.
  • Du willst unbedingt auffallen. Aus diesem Grundsatz tust du oft das Gegenteil, als um das man dich bittet oder von dir erwartet.
  • Du gehst mit „starken Ellenbogen“ durchs Leben.
  • Grundsätzlich bist du also eher lauter als notwendig ist.

Vor allem die Menschen, die ihr mangelndes Selbstwertgefühl mit Lautstärke überdecken, werden oft gar nicht als unsichere Menschen erkannt. Im Gegenteil, sehr oft werden sie „angehimmelt“, weil sie scheinbar so selbstbewusst sind und ihr Leben bestens im Griff haben.

Achte mal bewusst auf die Menschen, die sehr laut und dominant sind. Die immer unbedingt im Mittelpunkt stehen wollen. Wenn du genauer hinschaust, erkennst du sehr oft an kleinen Gesten, wie unsicher diese Menschen sind. Je lauter ein solcher Mensch ist, umso geringer ist meist das Selbstwertgefühl und umso mehr versucht er seine Schwächen zu verstecken. 

7. Was kannst du tun, um dein mangelndes Selbstwertgefühl „aufzupeppen“?

mangelndes Selbstwertgefühl stärken

Im Grundsatz lehnen sich die nachfolgenden Übungen und Möglichkeiten an die oben genannten 5 Hauptprobleme an.

Es ist äußerst wichtig, den Fokus von deinen Schwächen wegzulenken. Dann wird dein mangelndes Selbstwertgefühl sich langsam aber sicher zu einem gesunden Selbstwertgefühl entwickeln.

Sei dir als erstes bewusst, dass deine Wirklichkeit von deinen Prägungen bestimmt wird. Du nimmst die Welt durch deine Augen wahr. Und deine Augen sehen, was sie sehen wollen und was sie bisher auch immer gesehen haben.

Du kennst sie sicher, diese Eigenheit, dass dir plötzlich immer das auffällt, was dir neu wichtig ist.

  • Du bist schwanger oder eine Schwangerschaft in deiner Familie steht an. Auf einmal bemerkst du ganz viele andere schwangere Frauen.
  • Möchtest du ein bestimmtes Auto kaufen? Mit diesem neuen Fokus entdeckst du viele deiner „Lieblingsautos“ auf der Straße.
  • Ein neues Lied ist dein Ohrwurm. Es fällt dir auf, wie oft das Lied im Radio gespielt wird.

Wenn dein Fokus auf deinen Schwächen liegt, dann wirst du diese regelmäßig verstärkt bemerken. Du wirst auch immer wieder im Alltag Beweise dafür finden, dass du nicht genügst. Du bestätigst dich quasi selbst.

Dieser Mechanismus funktioniert natürlich auch, wenn du dich auf deine Stärken fokussierst. Und das tun Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl.

Um dein Selbstwertgefühl zu stärken, ist es deshalb so wichtig, dass du dich auf das konzentrierst, was du gut kannst. Und deinen Fokus weglenkst von deine Schwächen.

7.1 Sei großzügig zu dir!

Du nimmst Schwächen bei dir wahr, die kein anderer bemerkt? Noch schlimmer, vielleicht sind es nicht einmal Schwächen, sondern nur du empfindest sie als Schwächen?

Sei großzügig zu dir und ignoriere deine kleinen Fehler und Schwächen. Sie über sie hinweg, so wie du es sehr wahrscheinlich bei anderen Menschen, aber vor allem bei guten Freunden auch tun würdest.

Diese unbedeutenden Schwächen sind deine Aufmerksamkeit nicht wert.

Mache dich auch nicht für irgendetwas fertig, was dir nicht so gut gelungen ist. Fehler passieren im Leben immer wieder. Sehr oft bringen dich Fehler sogar weiter. Du lernst dabei und kannst daraus Stärken entwickeln.

7.2 Akzeptiere deine Schwächen!

Ich weiß, Schwächen zu akzeptieren ist nicht immer so einfach. Aber es nützt überhaupt nichts, wenn du dich über deine Schwächen ärgerst und dich womöglich deswegen noch minderwertig fühlst. Und du so deinen Selbstwert schwächst.

Eine meiner größten Schwächen ist: ich kann mir keine Namen merken. Mein Gedächtnis für Vokabeln, Gedichte, Namen von Städten, Personen, Bergen usw. ist hundsmiserabel. Schon als Kind habe ich mich stundenlang damit gequält, ein Gedicht auswendig zu lernen. Jahrelang habe ich mich dafür geschämt. Es war ja für alle offensichtlich.
Und ich habe dagegen angekämpft. Stundenlang habe ich Vokabeln gepaukt, all möglichen Tricks angewendet, um mein Gehirn zu überlisten. Ich war auch immer überzeugt, dass ich es schaffe. Aber es hat nicht geklappt. Klar habe ich geringfügige Fortschritte gemacht und es hat ausgereicht, dass ich zum Beispiel ganz passabel Englisch rede.
Aber weißt du was? Es wäre besser gewesen, ich hätte diese viele Zeit für meine Stärken verwendet. Das hätte einerseits viel mehr Spaß gemacht und andererseits hätte es von Anfang an mein Selbstwertgefühl gestärkt.
Inzwischen akzeptiere ich diese markante Schwäche. Ich nehme es mit Humor. Nach wie vor gibt es peinliche Situationen, wenn ich mal wieder einen Namen meines Gegenübers nicht weiß. Oder wenn ich mich in Gesprächen nicht mehr erinnern kann, wie der Ort hieß, in dem wir im Urlaub waren oder wie der Name des Berges ist, auf dem ich gestern stand.
Diese Schwäche gehört nun mal zu mir. Es macht meine Persönlichkeit aus 🙂

7.3 Nimm dich nicht so wichtig!

Gerade wenn du unter mangelndem Selbstwertgefühl leidest, ist die Aufforderung „Nimm dich nicht so wichtig“ extrem wichtig. Vor lauter Fokussieren auf deine Schwächen, merkst du nicht, dass du dich viel zu sehr mit dir beschäftigst. In der Psychologie nennt man das Auto-Monitoring.

  • Was denken wohl die anderen über mich?
  • Wie sehe ich aus? Mache ich alles richtig?
  • Habe ich mich wieder daneben benommen? Habe ich etwas Unsinniges gesagt?

Bei diesem Auto-Monitoring nimmst du dich viel zu wichtig. Du fühlst dich als Mittelpunkt der Welt und konzentrierst dich nun noch mehr auf deine Schwächen. Und du ordnest dich möglicherweise noch mehr unter, um ja nicht aufzufallen. 

Andere bemerken vielleicht deine Schwächen, aber es interessiert sie gar nicht. Sie sind zu unbedeutend, um überhaupt einen Gedanken daran zu verschwenden. Oder sie sind selbst zu sehr mit ihren eigenen Schwächen beschäftigt und merken dein „Dilemma“ gar nicht.

Eine heilsame Methode ist deshalb: Öffne dich für die Welt da draußen. Für die anderen Menschen und für deine Umwelt. Höre deinem Gegenüber zu. Interessiere dich für ihre Meinungen und Geschichten. Lenke den Fokus weg von dir. Vergiss einfach mal darüber nachzudenken, wie du möglicherweise auf andere Menschen wirkst.

7.4 Konzentriere dich auf deine Stärken!

Deine aktuellen Glaubenssätze über deine Schwächen sagen absolut nichts über deinen Selbstwert aus. Sie sind pure Willkür und aus deine Prägungen und deinen Erfahrungen entstanden. Sie werden größtenteils überhaupt nicht wahr sein. Und wenn sie tatsächlich Schwächen betreffen, dann sind diese Glaubenssätze überzeichnet.

Finde deine negativen Glaubenssätze und wandle sie in positive Glaubenssätze um. Wie genau du das tun kannst, findest du hier in diesem Beitrag: Wie du mit meinen10 von mir erprobten Methoden deine negativen Glaubenssätze unwiderruflich auflöst und endlich wieder ruhig und zufrieden bist!

Deine neuen positiven Glaubenssätze konzentrieren sich am besten auf deine Stärken. Mache daraus Affirmationen und wende sie täglich an. Sehr viele Beispiele findest du in meinem kostenlosen E-Book (sieben mentale Gewohnheiten).

Kennst du deine Stärken überhaupt? Wenn nein, dann sammle sie zusammen. Jeder Mensch hat Stärken, auch du. Schreibe sie in ein Tagebuch und führe sie dir jeden Tag vor Augen. Wenn du dich intensiv mit deinen Stärken beschäftigt, dann wirst du sukzessive dein mangelndes Selbstwertgefühl los.

Hast du ein Hobby, was dir riesig Spaß macht? Dann intensiviere es, denn es beschäftigt sich garantiert mit deinen Stärken.

7.5 Suche bewusst Stärken bei anderen Menschen!

Das ist auch eine sehr gute Übung, um dein Selbstwertgefühl zu stärken. Suche bewusst Stärken bei anderen Menschen. Du denkst vielleicht jetzt: Aber dann merke ich ja umso mehr, dass ich nichts wert bin…

Nein, diese Übung trainiert dich, das Positive im Mensch zu sehen. Je mehr du in der Lage bist, die Stärken andere Menschen zu erkennen und auch anzuerkennen, umso mehr fokussierst du dich auch auf deine Stärken. Vielleicht entdeckst du ja durch das Beobachten der Stärken anderer Menschen auch noch Talente in dir, von denen du noch gar nichts wusstest.

7.6 Weitere Übungen für ein starkes und gegen ein mangelndes Selbstwertgefühl!

Um den Fokus von deinen Schwächen zu deinen Stärken zu bringen, gibt es noch sehr viele Übungen. Es ist an dir Übungen zu finden, die dir Spaß machen, die zu dir passen und die dich weiterbringen.

Hier ist noch eine mögliche Auswahl:

8. Hilfe und Unterstützung bei mangelndem Selbstwertgefühl!

Ein mangelndes Selbstwertgefühl kann auch in eine Depression führen. Oder es beeinträchtigt dich so stark, dass dein Leben dir nicht mehr lebenswert erscheint. Du hast keine Lebensfreude mehr.

Zögere nicht, dir Hilfe zu holen – bei einem Spezialisten, bei Freunden oder in Selbsthilfegruppen. Auch ein Mentalcoach kann große Hilfe leisten.

Gerne kannst du dich auch bei mir melden: 365mentalfit.de/coaching/

9. Fazit – mangelndes Selbstwertgefühl

Selbstwertgefühl ist die Basis unseres Handeln, Denken und Fühlens. Wenn du ein gutes Selbstwertgefühl hast, dann fühlst du dich okay und wertvoll. Du kennst deine Schwächen und Stärken, fokussierst dich aber vor allem auf deine Stärken. 

Ein mangelndes Selbstwertgefühl wird deine Lebensqualität vermindern. Du fühlst dich unwohl und "verbiegst" dich, um deine (vermeintlichen) Schwächen zu verstecken. Nutze die oben aufgeführten Übungen und stärke dein Selbstwertgefühl. Mit einem gesunden Selbstwert bist du mit anderen stets auf Augenhöhe.

Wie sieht es bei dir aus? Mangelt es dir an Selbstwertgefühl? Was tust du, damit dein Selbstwertgefühl gut ist? Schreibe es in den Kommentaren. 

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