Keine Lebensfreude mehr? Was dahintersteckt und was dir jetzt hilft

Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint. Fröhliches Kinderlachen ist zu hören. Du hast ein sicheres Zuhause, einen Job und vielleicht Familie oder Freunde um dich herum. Von außen wirkt alles so, als müsste es dir gut gehen. Aber du empfindest keine Lebensfreude mehr

Alles fühlt sich leer, schwer oder sinnlos an. Du kannst dich zu nichts motivieren, bist erschöpft, müde und fragst dich vielleicht, was mit dir los ist. 

In diesem Beitrag zeige ich dir, was dahinterstecken kann und welche 7 Wege dir helfen, wieder Schritt für Schritt aus dem emotionalen Tief zu finden. Ich teile Erfahrungen aus meinem Leben, die dir Mut machen und zeigen, wie du deine Lebensfreude zurückgewinnen kannst. 

   Das Wichtigste in Kürze: 

  • Keine Lebensfreude mehr: Leere, Sinnlosigkeit, Antrieb fehlt. 
  • Häufige Auslöser: Stress/Überforderung, Verlust/Trauma, körperliche Belastung.
  • 7 Wege helfen (Auszug): Grübeln stoppen, bewegen, Gefühle zulassen.
  • Wichtig: bei hohem Leidensdruck Unterstützung holen.

1. Keine Lebensfreude mehr: Bedeutung und typische Anzeichen

keine lebensfreude mehr

Ich erinnere mich noch genau daran, auch wenn es schon über 30 Jahre her ist.

Ich hielt meine Tochter im Arm. Sie war gerade zwei Wochen alt und ich saß mit ihr in unserem Wohnzimmer. Draußen schien die Sonne, und die Vögel zwitscherten. Eigentlich war alles perfekt.

Und trotzdem spürte ich: nichts. Eine riesige innere Leere. Ich schaute meine Tochter an und fühlte … nichts. Ich war völlig verwirrt, weil ich diese Gefühlsleere nicht einordnen konnte. Niemand hatte mich auf so etwas vorbereitet.

Ich spürte keine Lebensfreude mehr. Keine Glücksgefühle. Nichts konnte mich erreichen.

Wenn dir das Leben plötzlich sinnlos erscheint, fühlt es sich oft leer und schwer an. Selbst dann, wenn im Außen eigentlich „alles passt“. Dinge, über die du dich früher gefreut hast, berühren dich nicht mehr. Sie haben ihren Zauber verloren.

Du fühlst dich niedergeschlagen, energielos oder wie abgeschnitten von dir selbst. Soziale Kontakte kosten Kraft, negative Gedanken werden lauter. Und irgendwo entsteht dieses stille Gefühl: Du hast Lebenslust und innere Lebendigkeit verloren, ohne genau zu wissen, warum.

Wenn du keine Freude mehr am Leben hast, erkennst du dich vielleicht in diesen Anzeichen wieder:

  • Du fühlst dich emotional leer oder innerlich abgestumpft.
  • Du hast auf deine Hobbys und Leidenschaften keine Lust mehr.
  • Du bist häufig müde, erschöpft oder antriebslos.
  • Treffen mit anderen kostet dich Kraft. Du ziehst dich zurück.
  • Schon kleine Aufgaben (z.B. morgens aufstehen) fallen dir schwer.
  • Alles wirkt negativ oder sinnlos. Grübeln nimmt zu.
  • Lachen fühlt sich weit weg an. Freude empfinden ist verschwunden.
  • Du hast keine Glücksgefühle mehr.

Wenn du den grauen Schleier durchbrechen willst, lies jetzt weiter. Die nächsten Abschnitte geben dir Orientierung und konkrete Schritte, wie du wieder mehr Leichtigkeit und Freude im Leben spüren kannst.

2. Lebensfreude verloren: diese Formen gibt es

Verlorene Lebensfreude kann sich unterschiedlich zeigen. Die Grenzen sind nicht immer eindeutig. Wenn du über längere Zeit keine Freude mehr empfindest und stark darunter leidest, hol dir bitte professionelle Unterstützung.

2.1 Depression: wenn Freude am Leben verschwindet

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung. Typisch sind anhaltende Niedergeschlagenheit, weniger Interesse an Dingen, die dir früher wichtig waren, wenig Energie und belastende Gedanken. Häufig kommen auch körperliche Anzeichen dazu:

  • Schlafstörungen
  • Appetitsverlust oder das Gegenteil: Fressattacken
  • diffuse Schmerzen oder körperliche Beschwerden ohne klare Ursache

Als Laie ist es schwer, das sicher einzuordnen. Aber auch unter den Fachleuten herrschen unterschiedliche Meinungen, ab wann man von einer Depression spricht oder wann es „nur“ ein vorübergehendes Fehlen der Lebensfreude ist.

Entscheidend ist weniger der Begriff, sondern dein Leidensdruck: Wenn du über längere Zeit keine Fröhlichkeit mehr spürst und dein Alltag darunter leidet, hol dir bitte professionelle Unterstützung. Manchmal benötige es sogar eine Behandlung in einer Klinik.

Und wenn dir dafür gerade die Kraft fehlt, dann frag eine vertraute Person, dich beim ersten Schritt zu begleiten.

2.2 Anhedonie: wenn nichts mehr Spaß macht

Für das Gefühl, dass nichts mehr Spaß macht und dich selbst schöne Dinge kaum noch erreichen, gibt es einen Fachbegriff: Anhedonie. Damit ist eine deutlich verminderte Fähigkeit gemeint, Freude oder Lust zu empfinden.

Anhedonie kann als Symptom bei Depressionen und anderen psychischen Belastungen auftreten. Betroffene erleben positive Emotionen seltener und verlieren oft das Interesse an früheren Hobbys und Aktivitäten. Das kann die Lebensqualität erheblich einschränken.

2.3 Keine Freude mehr am Leben: Abgrenzung & typische Unterschiede

Vor Jahren war das bei mir oft so: Ich hatte regelmäßig Tage, an denen ich mich zu nichts motivieren konnte. Mir fehlte die Freude für alles am Leben. Meist hielt das für ein paar Tage an und wurde dann langsam besser. Bis mich wieder so eine Phase überfiel. 

Oft wusste ich gar nicht, woher diese innere Leere kam und warum sie mich traf. Besonders schlimm war dieses Gefühl der Sinnlosigkeit und das sich alles wie eine Spirale anfühlte. Wenn ich einmal in dieses Loch fiel, zog mich der Sog immer tiefer.

innere Leere

Keine Freude mehr am Leben

So zeigt sich fehlende Lebensfreude: 

  • Es fällt dir unheimlich schwer, deinen Pflichten nachzugehen.
  • Am liebsten ziehst du dich zurück und möchtest allein sein.
  • Für deine Hobbys fehlen dir die Energie und vor allem eben die Freude.
  • Nur mit Mühe kommst du morgens aus dem Bett.
  • Du „verfällst deinen Lastern“. Fressattacken. Stundenlang am PC / Handy. Netflix-Serien, um die Leere zu vergessen.
  • Jede Bewegung fällt dir schwer. An Sport ist kaum zu denken.

Diese Phasen fehlender Lebensfreude machen dir selbstverständlich zu schaffen. Sie rauben dir Energie und du wünschst dir, dass sie aufhören. 

Wenn du „nur“ vorübergehend keine Lebensfreude mehr hast, dann helfen dir meine 7 Tipps weiter unten. So gelingt es dir leichter, deine Lebensfreude wiederzufinden und vor allem sie zu erhalten.

3. Warum Lebensfreude wichtig ist: was sie dir im Alltag gibt

Im Grunde ist es klar: Lebensfreude ist das Elixier deines Lebens. Sie gibt dir Halt, Energie und Richtung. 

Ohne Lebensfreude fühlt sich das Leben schnell schwer und farblos an. Hier sind ein paar konkrete Beispiele, was Lebenslust im Alltag bewirkt:

  • Emotionales Wohlbefinden: Du spürst mehr Glück, Zufriedenheit und Leichtigkeit. Du bist gut gelaunt, lachst gerne und fühlst dich wohl.
  • Motivation und Erfüllung: Ziele wirken wieder erreichbar, Herausforderungen weniger bedrohlich.
  • Gesundheit und Widerstandsfähigkeit: Lebensfreude trägt zu deiner körperlichen und psychischen Gesundheit bei. Du gehst oft besser mit Stress und Rückschlägen um. 
  • Beziehungen: Du bist offener, kannst Nähe zulassen und Freude teilen.
  • Kreativität und Leistungsfähigkeit: Begeisterung inspiriert dich, neue Ideen zu entwickeln. Du kommst leichter ins Tun.

Kurz gesatz: Lebensfreude ist ein wichtiger Baustein für ein erfülltes Leben. 

4. Keine Freude mehr am Leben: häufige Ursachen 

Verlorene Lebensfreude kann viele Gründe haben. Häufig sind es:

  • Körperliche Ursachen
  • Trauma oder Verlust
  • Psychische Belastungen

4.1 Körperliche Ursachen: wenn Gesundheit und Energie fehlen

Gesundheitliche Probleme wie chronische Krankheiten oder dauerhafte Schmerzen können deine Lebensfreude stark beeinträchtigen. Wenn der Körper ständig signalisiert, dass etwas nicht stimmt, kommt Frustration, Erschöpfung und Freudlosigkeit dazu. Positive Emotionen und Gefühle werden schwerer erreichbar. 

Da ich selbst von chronischen Schmerzen betroffen bin, weiß ich, wie sehr das an der Lebenslust zehrt. Wenn du krank bist oder dauernde Schmerzen hast, ist es mehr als verständlich, dass du zeitweise keine Lebensfreude spürst. 

Und trotzdem ist es möglich, Schritt für Schritt wieder mehr Freude am Leben zu finden. Lies dazu meinen Beitrag: „Lebenskrise bewältigen: 7 mentale Strategien, die mir geholfen haben“.

4.2 Trauma & Verlust: wenn dich etwas emotional erschüttert

Auch der Tod eines geliebten Menschen kann dazu führen, dass du keine Lebensfreude mehr spürst und deine Lebenslust verlierst. Dann brauchst du und mentale Kraft, um wieder zurück in deine Stabilität zu finden.

Auch eine Trennung, ein Umzug oder eine Kündigung können dich emotional aus der Bahn werfen. Manchmal entsteht dabei ein Gefühl von emotionaler Einsamkeit . Und traumatische Erfahrungen wie Missbrauch können tiefe Narben hinterlassen.

In solchen Fällen kann professionelle, traumasensible Unterstützung (z.B. Psychotherapie oder Verhaltenstherapie) helfen, das Erlebte zu verarbeiten und allmählich wieder mehr Lebensfreude zuzulassen.

4.3 Psychische Ursachen: wenn Sorgen, Angst oder Überforderung dominiert

Psychische Belastungen können dazu führen, dass sich Lebensfreude schleichend verliert. Manchmal nur vorübergehend, manchmal länger. Typische Beispiele:

  • Du stehst unter anhaltendem Stress und spürst starken Druck.
  • Deine Arbeitssituation ist unbefriedigend oder überfordert dich.
  • Du setzt dir selbst hohe Ansprüche oder hast Angst, anderen nicht zu genügen.
  • Du hast zu viel zu tun oder erlebst vieles als sinnlos.
  • Du hinterfragst den Sinn des Lebens.
Lebensfreude verloren - Sinn des Lebens

keine Freude mehr am Leben

Wenn dich das länger belastet, du keine Lebensfreude mehr spürst oder sogar depressiv wirst, kann Unterstützung durch einen Psychotherapeut oder eine andere Fachkraft helfen. Du musst da nicht allein durch.

5. Keine Lebensfreude mehr: 7 Wege aus dem emotionalen Tief

Als ich kurz nach der Geburt meiner Tochter keine Freude mehr am Leben empfand, war das wohl eine klassische „Wochenbett-Depression“. Damals kannte das aber kaum jemand. Wenn ein Kind auf die Welt kam, sollte das doch Freude und Glück pur sein – vor allem für die Mutter.

Ich habe diese Situation gemeistert, weil es nicht meine erste Depression war. Ich wusste, was mir hilft, und hoffte, dass es wieder besser wird. Und ich habe es zum Glück geschafft: Ganz allmählich habe ich meine Lebensfreude wiedergefunden.

Jeder Mensch reagiert anders auf die Herausforderungen des Lebens. Manche bleiben selbst in einer schwerten Krise stabil, andere geraten schneller aus dem Gleichgewicht. Und beides ist menschlich.

Deshalb hilft nicht bei allen das Gleiche. Entscheidend ist, dass du herausfindest, was dir guttut und wie du wieder Lebensfreude finden kannst. 

Hier teile ich 7 Wege, die mir geholfen haben und die auch dir Orientierung geben können. 

5.1 Stoppe das Gedankenkarussell: raus aus Grübeln 

Wenn du keine Lebensfreude mehr hast, heißt das nicht, dass du weniger denkst. Ganz im Gegenteil. Deine Gedanken kreisen ständig um das Negative: Was nicht gut läuft, was schiefgehen könnte, was sich sinnlos anfühlt. Und je mehr du grübelst, desto mehr dreht sich alles im Kreis. 

Wichtig ist, dass du diese Gedankenflut unterbrichst. Das klappt nicht von heute auf morgen, aber mit kleinen Schritten kannst du wieder mehr Ruhe in deinen Kopf bringen.

Lies dazu meinen ausführlichen Bericht: Wie du mit 9 bewährten Übungen und 4 Geheimtipps dein Gedankenkarussell stoppst und endlich wieder ruhig denken und schlafen kannst.

5.2 Finde die Wurzeln: warum du Lebensfreude verloren hast

Ich erinnere mich gut an die Zeiten, in denen mich dieser Zustand der Sinnlosigkeit und immer wieder überfallen hat. Woher diese innere Leere und seelische Qual kamen, war mir oft unklar. Ich hatte damals keine Erklärung dafür, warum meine Lebensfreude scheinbar von heute auf morgen verschwand.

Erst als ich die Auslöser erkannt hatte, konnte ich lernen, damit umzugehen. Ich entwickelte passende Strategien und wendete sie an – je nachdem, was gerade dahintersteckte.

Suche auch du nach Mustern. Finde die Auslöser, die deine Lebensfreude beeinträchtigen. 

Stelle dir folgende Fragen:

  • Was ist passiert, dass du plötzlich keine Lebensfreude mehr empfindest?
  • Ab wann hast du dich so gefühlt? Überlege genau.
  • War es ein schleichender Prozess oder kam die Leere eher plötzlich? 
  • Hatten anhaltender Stress oder Überlastung damit zu tun?
  • Liegt die Ursache eher in deinen Gedanken? Oder im Außen?
  • Kämpfst du mit negativen Glaubenssätzen?
  • Hat das Verhalten anderer Menschen negativen Einfluss auf dich? Hat jemand etwas gesagt, was dich in diese emotionale Leere gestoßen hat?
  • Könnte auch dein Körper beteiligt sein (z. B. Nährstoffmangel, Schlafmangel, Hormone)?
  • Und ganz wichtig: In welchen Situationen spürst du noch kleine Momente von Glück?

Für mich persönlich ist diese Analyse der beste Anfang. Ich suche und reflektiere intensiv, bis ich die Ursache gefunden habe. Wenn du die Wurzeln kennst, bauen die nächsten Schritte darauf auf. So findest du deine Lebensfreude leichter wieder. 

5.3 Negative Glaubenssätze entlarven: was dich klein hält, loslassen

Wenn du deine Lebensfreude zurückgewinnen möchtest, lohnt sich ein Blick auf deine negativen Glaubenssätze. Das sind Überzeugungen, die dich innerlich blockieren und dir Energie ziehen.

Menschen, die sehr viel Lebensfreude spüren, haben nicht unbedingt weniger negative Glaubenssätze. Oft nehmen sie diese Gedanken nur früher wahr und schenken ihnen weniger Macht.

Lebensfreude wiederfinden

Typische negative Glaubenssätze klingen zum Beispiel so:

  • Ich bin nicht gut genug und niemand liebt mich.
  • Schon immer war ich eine Versagerin.
  • Das war ja klar, dass ich das nicht schaffe.
  • Ich werde nie erfolgreich sein oder meine Ziele erreichen.
  • An meinen gescheiterten Partnerschaften bin immer ich schuld.
  • Andere erkennen, dass ich nichts kann und nur wenig erreiche.
  • Alles, was ich tue, ist sinnlos.
  • Es gehört zu meinem Leben, dass ich mich schlecht fühle und keine Freude empfinde. Mir darf es gar nicht gut gehen.
  • Irgendwie fühle ich mich völlig fremd in diesem Leben.
  • Ich habe keine Glücksgefühle mehr. Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein.

Suche deine negativen Glaubenssätze, entlarve sie und löse Schritt für Schritt auf. Wie das geht, zeige ich dir hier: Negative Glaubenssätze auflösen: 10 Methoden!

5.4 Gefühle zulassen: Akzeptanz statt Wegdrücken

Jeder Mensch hat positive und negative Gefühle. Das gehört zum Leben. Es ist ein Mythos, zu glauben, dass es Menschen gibt, die immer nur glücklich und zufrieden sind. Das wäre auf Dauer sogar eintönig.

Der entscheidende Unterschied liegt darin, wie intensiv und häufig unangenehme Gefühle auftauchen. Und wie du mit ihnen umgehst. Manche Menschen haben weniger negative Gefühle. Und wenn doch, können sie sie besser annehmen, ohne sofort gegen sie anzukämpfen.

Es gibt kein Leben ohne Traurigkeit, Angst oder Zweifel, so sehr du dir das auch wünschen magst. Viele dieser Gefühle haben sogar einen Sinn: Sie zeigen dir, dass etwas gerade zu viel ist oder dass du etwas brauchst.

Akzeptiere negative Gefühle!

Wenn du zum Beispiel eine geliebte Person verloren hast, ist es normal, traurig zu sein und eine Zeit lang keine Freude am Leben zu spüren. Trauer hilft dir, das Erlebte zu verarbeiten und langsam neu anzukommen.

Auch im Alltag kann es passieren, dass dich negative Emotionen überrollen. Akzeptiere sie, statt sie wegzudrücken oder gegen sie zu kämpfen. Sie sind menschlich und sie dürfen da sein.

Allein zu verstehen und anzunehmen, dass du nicht immer glücklich sein kannst, ist eine enorme Hilfe. Das kann Phasen von Freudlosigkeit verkürzen und ihre Intensität mildern.

Wenn dir Akzeptanz schwerfällt, helfen dir diese Übungen: Radikale Akzeptanz: 7 praktische Übungen.

5.5 Bleib in Bewegung: Körper und Stimmung aktivieren

Vor einigen Jahren hatte ich einen herausfordernden Job. Er hat mich ausgelaugt. Obwohl die Tätigkeit grundsätzlich interessant war, wurde die dauerhafte Belastung zu viel. Zusätzlich erzeugten meine Chefs enormen Druck durch ständige Produktivitätsvorgaben.

Meine Lebensfreude ging mir langsam und stetig verloren. Anfangs habe ich es gar nicht bemerkt. Meist kam ich nach der Arbeit nach Hause und versuchte, mich auf dem Sofa zu erholen: liegend, im Nichtstun. Dabei bin ich eigentlich ein Bewegungsmensch. Doch je höher die Belastung wurde, desto weniger bewegte ich mich.

Die Alarmzeichen ließen nicht lange auf sich warten: Ich bekam unterschiedliche körperliche Beschwerden. Der „Höhepunkt“ war sogar der Verdacht auf einen Herzinfarkt. Am Ende stellte sich heraus: es waren alles stressbedingte psychosomatische Beschwerden.

Auch nach dieser Diagnose konnte ich nicht sofort wieder Sport treiben. Trotzdem nahm ich die Ratschläge meines Arztes ernst.

Wenn du keine Freude mehr am Leben hast, können dir diese Ratschläge ebenfalls helfen. Probiere die folgenden einfachen Schritte. Ohne Druck, aber regelmäßig: 

  • Bewege dich so oft wie möglich, auch wenn es nur kleine Spaziergänge sind. 
  • Nutze dazu alltägliche Wege (Arbeitsweg, Einkaufen): Geh zu Fuß oder nimm das Fahrrad.
  • Verzichte auf den Lift und nimm die Treppe.
  • Baue kleine Bewegungsroutinen ein. Zähle zum Beispiel deine Schritte und setze dir realistische Ziele.

Ganz allmählich konnte ich wieder Sport treiben. Natürlich waren weitere Maßnahmen nötig, um meine Lebenslust zurückzugewinnen.

keine lebensfreude mehr

Stress und Überforderung zeigen sich oft zuerst als Verlust deiner Lebensfreude und mentale Erschöpfung. Und früher oder später auch körperlich. 

Es ist äußerst wichtig, in körperlicher Bewegung zu bleiben. Bewegung hilft dir, Stress abzubauen und mental wieder zur Ruhe zu kommen. 

5.6 Trau dich, du selbst zu sein: zurück zu deinen Bedürfnissen

Um nicht ständig gegen Phasen der Unzufriedenheit ankämpfen zu müssen, braucht es manchmal auch radikale Entscheidungen.

Du hast herausgefunden, warum du keine Lebensfreude mehr hast. Und warum diese Gefühle der inneren Leere immer wieder auftauchen. Was kannst du tun?

Gehe die Wurzeln dieser Gefühle an. Das liest sich einfach, aber im Alltag ist es oft alles andere als leicht. Trotzdem ist es manchmal nötig, das Problem an der Wurzel anzupacken und eigene Wege zu gehen, um die Lebensfreude zurückzugewinnen. 

wieder Lebensfreude finden - Problem an der Wurzel packen

Freude am Leben wiederfinden: Problem an der Wurzel packen!

Mögliche radikale Lösungsansätze sind zum Beispiel:

  • Suche dir einen neuen Job und kündige deine aktuelle Stelle.
  • Löse dich aus einer emotional belastenden Partnerschaft.
  • Beende eine Freundschaft, die dich nur Energie kostet.
  • Reduziere Familienbesuche, wenn sie dich belasten.
  • Wenn nichts davon möglich ist: Ändere deine Einstellung und arbeite mental an der Bewältigung deines Problems.

Auf meine damals belastende berufliche Situation habe ich so reagiert:

  • Zuerst habe ich begonnen, mich körperlich zu bewegen (Punkt 5.5)
  • Dann habe ich erkannt, dass ich zu hohe Ansprüche an mich gestellt hatte. Ich wollte immer alles für alle erledigen und das in hoher Qualität. Das hatte lange funktioniert, in diesem Job aber nicht mehr.
  • Um mich vor Überlastung zu schützen, begann ich „Nein“ zu sagen.
  • Zusätzlich distanzierte ich mich mental von meinem beruflichen Umfeld. Andere Lebensbereiche erhielten wieder mehr Bedeutung.
  • Letztlich habe ich mir trotzdem einen neuen Job gesucht und gefunden. Das war ein echter Booster für meine Lebenslust und löste viele positive Emotionen aus.

Dieses Paket an Maßnahmen führte dazu, dass ich wieder Freude am Leben empfand. Auch an den schönen Dingen des Alltags. 

5.7 Notfallplan: schnelle Hilfe, wenn die Lebensfreude plötzlich weg ist

Dieser letzte Tipp ist nicht für chronische Unzufriedenheit im Leben gedacht. Falls du schon über einen längeren Zeitraum keine Lebensfreude mehr hast, dann suche unbedingt Hilfe. Dieses „Notfallplan“ ist speziell für kurzzeitige und wiederkehrende innere Leere gedacht.

Vor einigen Jahren habe ich diesen „Notfallplan“ für mich selbst entwickelt und ihn tatsächlich auch so genannt. In positiven Zeiten habe ich überlegt, was ich tun kann, wenn ich wieder in ein solches temporäres Loch stürze. Ich wollte die negativen Gefühle in dieser Phase der verlorenen Lebensfreude abmildern.

Und so sah mein Plan aus:

  1. Als Erstes gestand ich mir ehrlich ein, dass es wieder so weit war... dass ich plötzlich keine Freude mehr am Leben hatte. Diese radikale Akzeptanz gab mir nicht nur Hoffnung, sondern auch das Bewusstsein, dass diese Phase auch wieder vorbeigehen wird.
  2. Ich analysierte die Ursachen für diesen emotionalen und mentalen „Absturz“. Und nahm mir vor, das Problem an der Wurzel zu packen, sobald die Energie zurückgekehrt war.
  3. Ich strich alle meine Pläne für den Tag – so gut wie möglich. An Motivation würde es mir ja ohnehin mangeln. So konnte ich zusätzlichen Frust vermeiden.
  4. Ich „tauchte ab“. Ich kuschelte mich mit einer warme Decke aufs Sofa und griff zu meinem Lieblingsbuch: „Glücklich ohne Grund!“. Ich schlug eine beliebige Seite auf und begann zu lesen. Schon nach kurzer Zeit besserte sich meine gedrückte Stimmung. Der inspirierende und positive Geist dieses Buches war Balsam für meine Seele.
  5. Je nach Lust und Laune gönnte ich mir noch mehr Selbstfürsorge, um meine emotionale und mentale Verfassung zu stärken und meine Lebensfreude zurückzugewinnen.

Erstelle auch du dir einen „Notfallplan“ für deine temporär fehlende Lebensfreude. Schon allein zu wissen, dass es einen solchen Plan gibt, kann enorm helfen.

Natürlich ist es in manchen Lebensphasen nicht leicht, sich um sich selbst kümmern. Umso wichtiger sind kleine Momente persönlicher Selbstfürsorge. Und wenn du merkst, dass du allein nicht mehr herausfindest, hol dir Unterstützung. 

6. Fazit: wieder Lebensfreude finden 

Keine Lebensfreude mehr zu haben, bedeutet Leere, Traurigkeit und oft auch Antriebslosigkeit. Negativen Gedanken werden lauter, alles wirkt grau und sinnlos. Genau deshalb ist es wichtig, den grauen Schleier zu durchbrechen, damit Lachen, Leichtigkeit und Heiterkeit wieder zurückkommen.

Wenn diese Phase vorübergehend ist, setz die oben vorgestellten 7 Wege konsequent im Alltag um. Mentaltraining und Dankbarkeitsübungen helfen zusätzlich, deinen Fokus zu verändern und aus der Negativspirale auszusteigen. Wenn du über längere Zeit keine Lebensfreude mehr spürst oder dein Alltag stark darunter leidet, hol dir Unterstützung.

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht? Was hast du getan, als du keine Lebensfreude mehr empfunden hast? Wie hast du die Freude am Leben zurückgewonnen?

ÜBER dIE AutorIN

Grit Schönherr ist Gründerin und Hauptautorin von 365mentalfit.
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Mehr über Grit erfährst du hier.

  • Liebe Grit,
    keine Lebensfreude mehr zu empfinden, ist ein äußerst quälender Zustand. Hält er länger an, ist es angeraten, sich kompetente Hilfe zu suchen. Menschen mit ausgeprägter Anhedonie laufen Gefahr, in eine Depression zu stürzen. Das muss nicht sein!

    Alles Liebe
    Annette

    • Liebe Annette
      Ja, du hast völlig Recht. Wenn man keine Lebensfreude mehr für eine längere Zeit empfindet, dann ist das äußerst belastend. Das kenne ich selbst auch. Und ebenfalls ist es sehr hilfreich, sich kompetente Hilfe zu suchen.
      Alles Liebe dir auch
      Grit

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