Emotionale Einsamkeit: die unsichtbare Last und wie du sie überwinden kannst. 12 Tipps und Anregungen!

Ich war allein. Im Wald. Weit und breit niemand. Nur die Bäume, deren Wipfel im Wind rauschten, begleiteten mich.

Damals, als junge Frau fühlte ich mich einsam. Völlig verloren. Es hat mir den Hals zugeschnürt, so elend habe ich mich gefühlt. Ich litt unter emotionaler Einsamkeit. Nicht nur im Wald. Auch daheim und in der Schule.

Wenn ich heute im Wald bin, fühle ich Glück und Dankbarkeit. Ich darf allein sein und genieße jeden Augenblick der Stille in der Natur.
Die gleiche Situation mit komplett verschiedenen Gefühlen. Wie ist das möglich? Was unterscheidet Alleinsein von Einsamkeit? Was ist emotionale Einsamkeit und was kann man dagegen tun?

Claudia lädt in ihrer Blogparade „Einsam muss nicht sein – deine Tipps gegen Einsamkeit“ dazu ein, eigene Gedanken zum Thema Einsamkeit zu teilen. Hier ist mein Beitrag.

1. Einsam oder allein? Gibt es einen Unterschied?

Wie eingangs beschrieben: Beide Male war ich allein im Wald. Als junge Frau fühlte ich mich einsam, doch viele Jahre später empfinde ich das Alleinsein anders. Jetzt genieße ich es.

Das „Allein-sein“ bezieht sich auf einen rein physischen Zustand. Es meint: Keine anderen Menschen sind in deiner Nähe. Niemand ist da.

Das „Einsam-sein“ hingegen ist ein emotionales Empfinden, ein Gefühl. Du kannst dich inmitten vieler Menschen völlig einsam und verloren fühlen. Du kannst aber auch ganz allein sein und KEINE Einsamkeit spüren.

Das Gefühl der Einsamkeit kann also überall und zu jeder Zeit auftreten, vorwiegend aber, wenn du allein bist. 

Es ist jedoch falsch anzunehmen, dass jeder, der alleine ist, auch zwangsläufig einsam ist. Im Gegenteil, heutzutage gibt es immer mehr Menschen, die das Alleinsein schätzen. Es bietet eine Zeit der Ruhe und Stille, eine Möglichkeit, bei sich selbst zu bleiben und zu sein.

emotionale Einsamkeit - allein in den Bergen
Seit einigen Jahren liebe ich es, allein in den Bergen unterwegs zu sein. Eine Wanderung in der Natur gibt mir die Möglichkeit, meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und die Natur mit all meinen Sinnen zu erleben.
Früher habe ich kaum jemand davon erzählt, aus Angst vor mitleidigen Blicken und Bemerkungen. Jeder dachte, ich finde niemand, der mitkommen will und man betrachtete mich als einsame und bedauernswerte Frau. Es glaubte mir niemand, dass ich das gern und freiwillig tat und sogar Einladungen ablehnte.
Glücklicherweise ist die Akzeptanz dafür in der heutigen Zeit viel grösser. Ganz im Gegenteil. Heute ist es sogar ein Ausdruck von Achtsamkeit und Selbstfürsorge 🙂

2. Was ist Einsamkeit? Wie fühlt sich Einsamkeit an?

Einsamkeit ist ein emotionales Gefühl der Isolation und des Mangels an sozialer Verbindung zu anderen Menschen. Sie tritt auf, wenn du dein Bedürfnis nach Nähe, Verständnis und Zugehörigkeit nicht erfüllt siehst.

In der Psychologie bezeichnet Einsamkeit ein Gefühl der inneren Leere, Angst und Unruhe, des sich verloren fühlen. Obwohl es sich um eine Emotion oder ein Gefühl handelt, entspringt die Ursache größtenteils den eigenen Gedanken.

Zitat Buddha - einsam oder allein

Negative Denkmuster wie Selbstzweifel, Angst oder das Gefühl, nicht dazuzugehören, verstärken das Gefühl von Einsamkeit. Dies kann zu einem Teufelskreis führen. Die Einsamkeit nimmt zu, je mehr du dich isolierst und die negativen Gedanken zulässt.

Sich einsam zu fühlen, hat negative Auswirkungen auf dein emotionales Wohlbefinden und deine mentale Gesundheit. Im schlimmsten Fall kann es bis zu einer Depression führen. Falls du also unter starken Einsamkeitsgefühlen leidest, dann suche dir auf jeden Fall fachliche Hilfe oder wende dich an einen Mentalcoach.

Es ist wichtig zu wissen, dass Einsamkeit nicht ausschließlich von den eigenen Gedanken abhängt. Schwierige Lebensumstände, eine Lebenskrise oder fehlende Unterstützungssysteme können ebenfalls zu Einsamkeit führen. Du bist vielleicht in einem fremden Land und findest keinen Kontakt, weil du die Sprache noch nicht beherrschst. Dann hat es die „Einsamkeit“ leichter, von dir Besitz zu ergreifen.

Die eigene Einsamkeit
Als junge Frau habe ich mich nicht nur im Wald einsam gefühlt, sondern auch in unserem Dorf mit den nur 100 Einwohnern. Besonders im Winter war es schwierig. Aufgrund eingeschränkter Mobilität war es schwierig fortzukommen. Internet gab es noch nicht und Telefonate waren teuer, was eine Kommunikation zusätzlich erschwerte.
Ich fühlte mich nirgends zugehörig. Dieses Gefühl der totalen Einsamkeit hat sich auf meine Psyche ausgewirkt. Ich wurde depressiv und hatte keine Lebensfreude mehr.
Erst als ich es mit 21 Jahren geschafft habe, in eine Stadt zu ziehen, ging es mir plötzlich deutlich besser. Ich fand gute Freundinnen und ein spannendes Hobby. Das Leben hat plötzlich Spaß gemacht.

3. Welche Arten von Einsamkeit gibt es?

Bei meinen Recherchen bin ich auf sehr viele Arten von Einsamkeit gestoßen. EINE Einsamkeit steht dabei im Mittelpunkt und besonders im Fokus.

3.1 Die fundamentale Einsamkeit, die allen zugrunde liegt!

Die emotionale Einsamkeit beschreibt das Gefühl, innerlich von anderen Menschen isoliert zu sein. Du hast niemanden, dem du vertrauen oder dich öffnen kannst. Selbst inmitten vieler Menschen kannst du dich sehr einsam und verloren fühlen.

Das Gefühl der emotionalen Einsamkeit entsteht auch, wenn du dich mit niemanden gefühlsmäßig verbunden fühlst, die Akzeptanz fehlt oder du dich nicht verstanden fühlst.

Eine der intensivsten Erfahrungen mit emotionaler Einsamkeit inmitten von Menschen hatte ich vor Jahren während eines Städtetrips nach Rom. Da ich sehr gerne allein in den Bergen unterwegs war, dachte ich mir, warum nicht auch mal eine Stadt?
Das Gefühl der Einsamkeit traf mich mit voller Wucht. Noch heute kann ich die Leere, Unsicherheit und Unbehaglichkeit spüren, die mich damals überkamen.
Vier Tage verbrachte ich inmitten von Tausenden von Menschen und habe in dieser Zeit praktisch kein Wort gesprochen. So viel Lärm und Kommunikation um mich herum, aber niemand nahm Kenntnis von mir. Ich fand das skurril. Ich war nicht allein, aber fühlte mich dennoch unsagbar einsam. Ein starkes Gefühl des "sich verloren fühlen".

3.2 Alle anderen Formen, die auf der emotionalen Einsamkeit aufbauen!

Die hier aufgeführten Arten von Einsamkeit sind alle auch emotional. Ebenfalls greifen sie oft ineinander über. Zum besseren Verständnis von Einsamkeit möchte ich sie aber alle aufführen.

  1. Soziale Einsamkeit: Hier fehlt es an menschlicher Interaktion. Es mangelt nicht nur an Beziehungen zu Freunden und Familie, sondern generell an Kontakt zu anderen Menschen. Diese Form der Einsamkeit wird oft bei älteren Menschen beobachtet. Sie arbeiten nicht mehr, sind möglicherweise auch nicht mobil und kommen deshalb nicht mehr aus dem Haus.
  2. Kollektive Einsamkeit: In diesem Fall fehlt das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Du fühlst dich von der Gesellschaft oder einer Gemeinschaft ausgeschlossen oder nicht akzeptiert.
  3. Kulturelle Einsamkeit: Diese tritt auf, wenn du dich in einem fremden Land aufgrund von kulturellen Unterschieden, Sprache oder Traditionen isoliert fühlst.
  4. Physische Einsamkeit: Hier fehlt die körperliche Nähe. Das kann aufgrund von räumlicher Trennung sein, aber auch einfach aufgrund einer „abgekühlten“ Partnerschaft.
  5. Existentielle Einsamkeit: Sie resultiert aus einem sehr tiefen emotionalen oder spirituellen Isolationsgefühl. Dieses Gefühl entsteht, wenn du glaubst, dass niemand wirklich verstehen kann, wer du bist und was du durchgemacht hast.
  6. Intellektuelle Einsamkeit: Du findest keine Gleichgesinnten oder Menschen mit ähnlichen intellektuellen Interessen. Deshalb fühlst du dich geistig isoliert.
  7. Chronische Einsamkeit: Hier handelt es sich um ein langanhaltendes Gefühl der Einsamkeit, das über einen längeren Zeitraum besteht und daher schwerwiegende gesundheitliche und mentale Folgen haben kann.
  8. Situative Einsamkeit: Dies ist ein vorübergehendes Gefühl von Isolation, dass auf bestimmte Lebenssituationen zurückzuführen ist. Das kann ein Umzug in eine neue Stadt oder der Verlust eines geliebten Menschen sein. 

4. Emotionale Einsamkeit – die unsichtbare Last!

Die emotionale Einsamkeit tritt sehr oft im täglichen Leben auf. Du führst ein scheinbar 'normales' Leben, hast eine Familie oder einen Partner, gehst regelmäßig zur Arbeit, bist in einem Verein - und dennoch fühlst du dich einsam. Im schlimmsten Fall bemerkt es nicht einmal jemand.

4.1 Einsam trotz Familie!

Kennst du dieses Gefühl? Emotional einsam trotz Familie?

Es gibt verschiedene Gründe, warum du in deiner Familie emotionale Einsamkeit fühlen kannst.

  • Es mangelt an tiefgehenden und bedeutungsvollen Gesprächen.
  • Gemeinsame Aktivitäten gibt es nur wenige.
  • Das gegenseitige Verständnis fehlt.
  • Es fällt sehr schwer, Gefühle und Gedanken zu teilen.
  • Interessen und Lebensstile sind sehr unterschiedlich.
  • In schwierigen Zeiten fehlt es an gegenseitiger Unterstützung.
  • Es gibt Konflikte und Spannungen.
  • Die Familienmitglieder nehmen sich nicht genug Zeit füreinander.

4.2 Einsamkeit trotz Partner!

Das Gefühl von emotionaler Einsamkeit in einer Partnerschaft ist nicht ungewöhnlich und kommt leider sehr oft vor. Diese emotionale Einsamkeit geht oft einher mit einer starken emotionalen Abhängigkeit.

Trotz deiner empfundenen Einsamkeit und dem Mangel an Verständnis, bleibst du emotional an deinen Partner gebunden. Deshalb fühlst du dich oft wertlos und ungeliebt. Diese emotionale Isolation belastet dich sowohl körperlich als auch seelisch und wirkt sich negativ auf deine Gesundheit aus. Du fühlst dich in deiner Beziehung verloren.

Einsamkeit trotz Partner

Einsamkeit trotz Partner

4.3 Einsamkeit nach Trennung!

Ein schmerzlicher Zustand – diese emotionale Einsamkeit nach einer Trennung. Sie trifft dich im tiefsten Innersten. Möglicherweise kommt noch das Gefühl des Versagens hinzu. Du empfindest vielleicht, dass du nicht in der Lage warst, eine glückliche Partnerschaft zu führen.

Jetzt bist du wieder allein und eine tiefe Leere erfasst dich. Du musst erst wieder lernen, eigenständige Entscheidungen zu treffen und erkennen, dass das Leben auch nach einer Trennung lebenswert ist.

4.4 Das Gefühl nicht dazuzugehören!

Diese emotionale Einsamkeit trifft mich hin und wieder, glücklicherweise aber immer nur für eine kurze Zeit.
Ich habe einen äußerst spannenden und interessanten Job. Aber leider finde ich den ‚emotionalen Draht‘ zu meinen Arbeitskolleginnen nicht. Vor allem bei gemeinsamen Ausflügen fühle ich mich deshalb emotional oft sehr allein.

Das Gefühl nicht dazuzugehören, ist typisch für kulturelle, intellektuelle und kollektive Einsamkeit.

5. Emotionale Einsamkeit in der heutigen Zeit!

Emotionale Einsamkeit ist ein bedeutendes Thema in der heutigen Gesellschaft. Das Gefühl der inneren Isolation hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Das liegt zu einem an den neuen elektronischen Medien und zum anderen an der Schnelllebigkeit unserer Zeit sowie der rasanten Geschwindigkeit unseres Lebens.

Das Internet und die sozialen Medien sind Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite können sie dir bei emotionaler Einsamkeit helfen. Du kannst durch das Internet inspirierende Freundschaften schließen und sogar deinen Partner finden. Auf der anderen Seite kannst du auch in die Falle der emotionalen Abhängigkeit und Isolation rutschen.

Die Schnelllebigkeit hat ebenfalls ihre Vor- und Nachteile. Die ständige Flut an Informationen und das Gefühl, immer in Bewegung sein zu müssen, führen dazu, dass du weniger Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen hast. Das emotionale Miteinander leidet darunter. Das wiederum stürzt einige Menschen in eine emotionale Einsamkeit.

Ein Vorteil der Schnelllebigkeit:

Als Kind und Jugendliche habe ich mich furchtbar einsam gefühlt. Das lag auch daran, dass ich mein Leben als extrem langweilig empfunden habe. Es gab nichts Spannendes zu tun und ich kannte keine für mich interessanten Menschen (in meinem Dorf von 100 Einwohnern...). Auch meine Familie konnte mir nicht den emotionalen Halt geben, den ich gebraucht hätte. Auch wenn ich die heutige Zeit oft als zu schnelllebig empfinde, möchte ich niemals zurück in meine Jugendzeit.

6. Zwölf Tipps gegen emotionale Einsamkeit!

Emotionale Einsamkeit hat viele Gesichter und unterschiedliche Ursachen. Hier sind einige 12 Möglichkeiten, die dir helfen können, gegen emotionale Einsamkeit anzugehen.

6.1 Stoppe dein Gedankenkarussell!

Emotionale Einsamkeit entspringt oft negativen Gedanken. Diese drehen sich dann in deinem Kopf und verstärken sich. Du grübelst und grübelst. Das verstärkt das Gefühl der Einsamkeit.

Deshalb stoppe dieses negative Gedankenkarussell. In diesen Beiträgen findest du jede Menge Anregungen:

6.2 Stärke dein Selbstwertgefühl!

Du denkst vielleicht, was hat mein Selbstwert mit emotionaler Einsamkeit zu tun? Es ist erwiesen, dass selbstbewusste Menschen weniger emotional einsam sind. Menschen, die ihren Wert kennen und die ein hohes Selbstvertrauen haben, können sich besser gegen emotionale Einsamkeit schützen.

Das bedeutet nicht, dass selbstbewusste Menschen nie emotional einsam sind. Oft können sie aber besser mit diesem Gefühl umgehen. Sie akzeptieren es temporär oder ersetzen das Einsamkeitsgefühl durch andere positive Emotionen.

Du kannst aber einiges tun, wenn du unter einem mangelnem Selbstwertgefühl leidest. Hole dir einige Anregungen hier in diesem Beitrag: Wie kann ich selbstbewusst werden? 55 Ideen und Tipps, mit denen du sofort starten kannst. Teste dein Selbstwertgefühl

6.3 Werde mental stark!

Das Gefühl der emotionalen Einsamkeit entspringt größtenteils deinen Gedanken. Was liegt also näher, als deine mentale Kraft zu stärken? Lenke deine Gedanken, dass sie dein Gefühl der Einsamkeit nicht „füttern“.

Trainiere deine Gedanken mit Mentaltraining. Stärke deine mentale Gesundheit.

6.4 Achte auf dich selbst!

Selbstfürsorge spielt eine entscheidende Rolle im „Kampf“ gegen emotionale Einsamkeit. Kümmere dich um deinen Körper und dein mentales Ich, wenn du dich einsam fühlst. Lenke deinen Fokus weg von der Einsamkeit und hin zu den deinen Bedürfnissen und deinen Wünschen. Konzentriere dich auf die positiven Aspekte des Lebens.

Entdecke deine Selbstfürsorge und lies folgende Beiträge:

6.5 Beschäftige dich mit dir selbst!

Nutze deine gefühlte emotionale Einsamkeit als Gelegenheit, alte Hobbies und Leidenschaften wieder aufleben zu lassen. Denke zurück an deine Kindheit: Was hast du leidenschaftlich gern gemacht? 

  • Bücher gelesen? Dann nimm dir wieder Zeit zum Lesen.
  • Im Wald umher gestreunt? Dann verbringe erneut Zeit in der Natur.
  • Gerne gepuzzelt? Dann kauf dir ein Riesenpuzzle und tauche ein 🙂 

6.6 Stärke deine bestehenden Beziehungen!

Es kann vorkommen, dass weder deine Familie noch dein Partner oder deine Freunde bemerken, dass du dich emotional einsam fühlst. Sprich offen mit ihnen über deine Gefühle. Mache den ersten Schritt und zeige, dass du Unterstützung brauchst. Was hast du zu verlieren?

Überdenke zudem die Qualität deiner Beziehungen. Bei wem besteht eine tiefere Verbindung und bei wem handelt es sich nur um oberflächlichen Smalltalk? Entscheide dich bewusst für Menschen, die dir gut tun.

Überlege, ob du alte Kontakte wieder beleben möchtest. Mit wem hattest du früher eine gute Verbindung? Rufe die Person an und erkundige dich nach ihrem Wohlbefinden. Triff dich auf einen Kaffee oder tausche dich per Telefon oder noch besser Videoanruf aus.

6.7 Suche dir eine ehrenamtliche Arbeit!

Ehrenamtliche Tätigkeiten sind ein wertvoller Tipp gegen emotionale Einsamkeit. Sie bringen soziale Kontakte mit sich und können sogar zu wunderbaren Freundschaften führen. Durch ehrenamtliches Engagement hilfst du anderen und erlebst das Gefühl, gebraucht zu werden. Insbesondere, wenn du neu in einer Gegend bist, ist das eine Möglichkeit zur Integration und um „Fuß zu fassen“. 

Folgende Möglichkeiten einer ehrenamtlichen Arbeit gibt es:

  • Vereinsarbeit als Trainer oder Trainerin
  • Tierschutz: in Tierheimen werden oft Freiwillige für die Tierpflege gesucht
  • Betreuung und Unterstützung alter oder kranker Menschen
  • freiwillige Feuerwehr
  • Gemeinden und Kirchen benötigen Unterstützung
  • Flüchtlingshilfe
  • Umweltschutz

6.8 Baue dir soziale Anker auf!

Was ist dein Hobby? Malen oder Singen? Sport oder Spiele?

Besuche einen Malkurs oder schließe dich einem Musik- oder Turnverein an. Oder gehe regelmäßig in einer Jogginggruppe mit.

Wenn du gern spielst, dann such dir Gruppen für Brettspiele, Kartenspiele oder Gesellschaftsspiele - für fast jedes Spiel gibt es mittlerweile passende Interessengruppen.

Vor über 30 Jahre sind wir von Deutschland in die Schweiz gezogen. Zu Beginn habe ich mich emotional ziemlich einsam gefühlt.
Meine ersten, bis heute bestehenden Freundschaften, habe ich im Schweizer Alpenclub gefunden. Bei gemeinsamen Wanderungen und Kletterausflügen habe ich viele Gleichgesinnte getroffen. Auch beim wöchentlichen Joggingtreff habe ich eine meiner engsten Freundinnen kennengelernt. Diese Freundschaft besteht bis heute.

6.9 Pflege Kontakte zu deinen Nachbarn!

In einer Großstadt kann Anonymität schnell zu emotionaler und sozialer Vereinsamung führen. Es gibt Menschen, die an einem Tag kein Wort mit anderen wechseln.

Kennst du deine Nachbarn? Sprich sie im Haus an. Trau dich sie, zu einem Kaffee einzuladen. Braucht ein Nachbar Hilfe? Biete sie ihm an. Oft entstehen aus solchen Begegnungen tiefgehende Gespräche. Das alles hilft gegen emotionale Einsamkeit. 

6.10 Nutze die Chancen des Internets sinnvoll!

Es gibt faszinierende Möglichkeiten, um online gegen emotionale Einsamkeit anzugehen. Du kannst dich leicht mit Gleichgesinnten, alten Freunden oder anderen Menschen verbinden und austauschen.

Schließe dich Gruppen an, in denen es um Themen geht, die dich interessieren. Ich bin zum Beispiel Mitglied von Happiness House – einer Gemeinschaft für Glück und Persönlichkeitsentwicklung.

6.11 Unternimm eine Gruppenreise!

Klar, zu Corona-Zeiten war das schwierig. Aber jetzt ist es wieder eine der besten Möglichkeiten, um emotionale Einsamkeit zu überwinden.

Du findest online zahlreiche Anbieter von Gruppenreisen aller Art. Achte darauf, dass die Reise deinen Interessen entspricht. Damit ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du mit Gleichgesinnten unterwegs bist.

Die Erfahrungen mit Gruppenreisen können vielfältig sein. Du triffst auf tolle Menschen oder aber bist vielleicht mit Menschen unterwegs, die nicht so gut passen. Doch es ist definitiv immer ein Erlebnis.

Ich habe meinen späteren Ehemann auf einer Gruppenreise kennengelernt. Es war eine Reise in die Berge und die Teilnehmenden waren alles Alpinisten - eine Gruppe voller Gleichgesinnter. Es war spannend, lustig und inspirierend.
Allerdings habe ich auch weniger positive Erfahrungen mit Gruppenreisen gemacht, wie Besichtigungsreisen, Safaris oder bei einer Reise für Singles. Oft stimmte die Mentalität der Teilnehmenden nicht mit meiner überein. Ich habe dann nur vereinzelt Menschen gefunden, mit denen ich länger in Kontakt blieb.

6.12 Ein Haustier für mehr Glück!

Wenn du schon immer ein Haustier wolltest, dann ist jetzt der richtige Augenblick. Einerseits hast du eine Aufgabe und sorgst für jemanden, andererseits kann es auch zu neuen menschlichen Kontakten führen.

Mit einem Hund gehst du spazieren und triffst viele andere Menschen. Das schafft neue Verbindungen. Ein Hund freut sich, wenn du nach Hause kommst, sucht deine Nähe und kuschelt mit dir. Das kann dein Gefühl von emotionaler Einsamkeit lindern.

Wenn du die Verantwortung für ein Tier scheust oder zu wenig Zeit hast, besuche doch mal Tierheime. Dort werden immer Leute gesucht, die Hunde ausführen oder sich sonst um Tiere kümmern.

7. Fazit - Emotionale Abhängigkeit überwinden!

Emotionale Einsamkeit ist keine Schande. Sie kann ein nützliches Gefühl sein und dich motivieren, Neues auszuprobieren und neue Kontakte zu knüpfen. Alleinsein bedeutet nicht zwangsläufig Einsamkeit.

Emotionale Einsamkeit hat viele Facetten. Sie zeigt sich in unterschiedlichen Variationen und verschiedenen Lebensbereichen. Doch du bist nicht machtlos. Genieße deine Zeit mit dir selbst und nutze die oben aufgezeigten Tipps, um das Gefühl der emotionalen Einsamkeit zu vertreiben.

Hast du Erfahrungen mit emotionaler Abhängigkeit? Teile sie in den Kommentaren.

ÜBER dIE AutorIN

Grit Schönherr ist Gründerin und Hauptautorin von 365mentalfit. Sie ist Coach für mentale Gesundheit und ausgebildete Mentaltrainerin. Grit ist überzeugt, dass Glück und Erfolg im Kopf beginnen. Sie hilft anderen Menschen zu mehr mentaler Stärke, damit sie ihren Alltag gelassen meistern und ihre Ziele effizient erreichen können.
Mehr über Grit erfährst du hier.

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